Liebe Japan-Interessierte,

herzlich willkommen zur 24. Ausgabe von japanwissen.info!

Mit dieser Ausgabe feiert die Online-Zeitschrift ihr sechsjähriges Jubiläum. Die Geschichten rund um die Zeitschrift würden inzwischen ein eigenes Buch füllen. An dieser Stelle möchte ich zwei Punkte ansprechen, die mir enorm wichtig sind:

Über die sechs Jahre hinweg begleitete mich stets aufmunterndes Feedback durch Sie und Euch, die Leserinnen und Leser von japanwissen.info. Vielen herzlichen Dank dafür!

Außerdem: Einige Autor/innen der Bücher habe ich nach der Veröffentlichung meiner Empfehlung persönlich kennengelernt. An dieser Stelle möchte ich mich vor allem bei Takizawa Keizō herzlich bedanken, dem Autor von „1964. Vier japanische Studenten erkunden Westdeutschland“. Er wurde auf meine Empfehlung aufmerksam, ließ sie von einem Übersetzungsprogramm ins Japanische übertragen und meldete sich per Mail bei mir. Im Januar dieses Jahres unternahmen wir eine gemeinsame Kurzreise in seine Heimat Nagano, im Sommer feierte er seinen 84. Geburtstag.

Herbstanfang

Am 23. September dieses Jahres sind Tag und Nacht gleich lang: Herbstanfang – und damit Zeit für eine neue Ausgabe.

Die neuen Empfehlungen

Wie immer könnten die Werke, die ich hier vorstelle, unterschiedlicher nicht sein.

Zum einen empfehle ich einen Sammelband, der von Alisa Freedman, Laura Miller und Christiane R. Yano herausgegeben wurde. Er beschäftigt sich mit so genannten „Modern Girls“, abgekürzt „Moga“. Die Beiträge erforschen die neuen Arbeitsfelder der jungen Frauen, die in den 1920er und 1930er Jahre mit einem Mal selbstbewusst in der Öffentlichkeit auftraten: Modisch nach dem neusten Trend gekleidet waren sie allein oder mit Kolleginnen auf den Straßen von Tōkyō unterwegs. Völlig neu war, dass sie außerhalb ihrer Familie einer Beschäftigung nachgingen, und zwar an Arbeitsplätzen, die es zuvor gar nicht gegeben hatte, weil sie im Zuge der Modernisierung überhaupt erst entstanden. Die Herausgeberinnen stellen auch Frauen späterer Jahrzehnte vor, die durch ihre Arbeit gesellschaftliche Grenzen verschoben und die Rolle der japanischen Frauen neu ausloteten.

Zum anderen lege ich Ihnen einen Klassiker ans Herz, der trotz seines Alters (Erstveröffentlichung 1969!) immer noch etwas Besonderes darstellt: In Form einer kurzen Einführung stellt der Autor die bis ins Detail regulierte Gesellschaft der Edo-Zeit (1600-1868) durch konkrete Beispiele sehr anschaulich und kompakt dar. Bei der Lektüre wird klar, was es bedeutete, in einer durch strenge Vorschriften geteilten Gesellschaft zu leben: wie sich nicht nur berufliche Tätigkeiten, sondern auch Wohnorte, Freizeitbeschäftigungen, Nahrung und Kleidung durch Gesetze und Vorschriften voneinander unterschieden. Menschen waren sofort als Teil einer bestimmten Klasse zu erkennen, fanden zugleich aber auch Mittel und Wege, zahlreiche Vorschriften zu umgehen.

Die Sparte „Aktuelles“ fällt in dieser Ausgabe etwas umfangreicher aus, es gibt Verschiedenes, auf das ich Sie hinweisen möchte – am besten schauen Sie selbst.

– Ich hoffe, auch in dieser Ausgabe ist ein Thema dabei, das Sie anspricht.

Genießen Sie die wunderbare Jahreszeit bei einem fesselnden Buch … ich wünsche Ihnen viel Spannung und Abwechslung!

Susanne Phillipps

23.09.2026 (Ausgabe 24)

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Bildnachweis 

Header: Von Bruno Cordioli from Milano, Italy – Kimono enchantment, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10405206, Ausschnitt, Schrift eingesetzt.

Buch-Arrangement Modern Girls: Von Susanne Phillipps – Eigenes Werk unter Benutzung von

Von Autor/-in unbekannt – https://www.47news.jp/5184151.html, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=121817081

und

By Photocapy – Kyushu rail stewardess ready to welcome me to her train, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36736682

Buch-Arrangement Alltag Edo: Von Susanne Phillipps – Eigenes Werk

In dieser Ausgabe:

Buch inmitten zweier Tierfiguren, einem Elefanten und einem Löwen. Spielfiguren mit großem Kopf, kleinem Körper, großen Augen

„Modern Girls“ in schicken Uniformen – Selbstbewusste junge Frauen erobern neue Arbeitsfelder:

Alisa Freedman, Laura Miller, Christine R. Yano (Hg.) (2013). Modern Girls on the Go. Gender, Mobility, and Labor in Japan.

Buch vor drei Farbholzschnitten, die Alltagsszenen aus der Edo-Zeit zeigen

Leben in einer offiziell geteilten Gesellschaft – Über die Gestaltung des Alltags in unterschiedlichen Gesellschaftsklassen:

Charles J. Dunn (1969). Everyday Life in Traditional Japan.