Aktuelles 

Seit sich Japan in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts dem Ausland öffnete, waren Menschen in Europa und den USA begeistert von dem Land, und das aus immer neuen Gründen. Zunächst riefen Handwerk und Kunsthandwerk Erstaunen hervor, später die Kampfkünste, die Ästhetik, eine Zeitlang hatte die boomende Wirtschaft enorme Anziehungskraft.

All das wird aber von der Begeisterung in den Schatten gestellt, die seit zwei Jahrzehnten viele Jugendliche der japanischen Popkultur entgegenbringen.

Der Türöffner in Europa und den USA waren vor allem zwei Manga- bzw. Anime-Serien: „Dragon Ball“ und – speziell für Mädchen konzipiert – „Sailormoon“. Die Fans begannen kreativ, die Hauptfiguren nachzuzeichnen, die Geschichten weiterzuspinnen, Kostüme zu schneidern und sich zu verkleiden, kurz: mit Hilfe der Helden eigene Vorstellungen und Träume auszuleben.

Die Welt der Cosplayerinnen und Cosplayer ist inzwischen international. Mit ihrem Wissen und ihrem Habitus grenzen sie sich von der Welt der Erwachsenen ab und sind zugleich nie allein, sondern Teil der „Glaubensgemeinschaft“ (Toan Ngyuen, Gründer von Jung von Matt NERD). Oft reicht ihr Interesse so weit, dass sie sich dazu entscheiden, sich näher mit Japan und der japanischen Sprache zu beschäftigen.

10 Cosplayer/innen in den unterschiedlichsten Kostümen auf einer Bühne

Der Dokumentarfilm von Marcus Fitsch „Popcult Japan“ behandelt dieses Phänomen. Aus der Ankündigung:

„Cosplay ist kein Zeitvertreib, sondern alternative Daseinsform. Otakus, wie sich Manga-Fans nennen, wollen nicht nur Geschichten lesen – sie wollen selbst Helden sein. Die MDR-Doku zeigt Innenansichten einer Kultur.“

Der Film gibt Einblicke in diese Welt, Interviewpartner sind unter anderem der Verleger Joachim Kaps, der den Prozess in Deutschland begleitet und mitgestaltet hat; der Manga-Zeichner Araki Hirohiko und der deutsche Zeichner David Füleki.

Manga ist eine Ausdrucksform, eine ganz spezielle Möglichkeit, Ideen und Geschichten zu transportieren – oder: die großen Fragen der Menschheit zu behandeln, wie Joachim Kaps sagt.

Der Dokumentarfilm ist bis zum 17.07.2023 verfügbar.

Nach wie vor aktuell

Empfehlungen aus früheren Ausgaben, die nach wie vor aktuell sind.

Weitere Informationen über Japan

2020 erschien mein Buch, in dem ich grundlegende Informationen über Japan zusammenfasste: eine landeskundliche Beschreibung mit Geografie, Geologie, Klima, Flora und Fauna des Landes; eine ausführliche Kulturgeschichte; Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im heutigen Japan; außerdem enthält das Buch einen Eindruck vom Alltagsleben, der Gegenwartskultur und eine virtuelle Rundreise durch die Inselwelt.

Susanne Phillipps (2020). Japan. Alles, was Sie über Japan wissen müssen. Berlin: Mana.

Hier die Seite des Verlags.

Hier eine ausführliche Rezension.

Das Buch wurde von der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) 2021, die leider nur digital stattfinden konnte, mit einem BuchAward im Bereich Kulturen ausgezeichnet.

Die Erstauflage ist im Augenblick vergriffen, die zweite Auflage gerade in Vorbereitung.

Über mich

Im Herbst 1987 schrieb ich mich zum Studium der Japanologie ein. Dass ich mich schon lange mit Japan beschäftigte, wurde mir bewusst, als Tennō Akihito im April 2019 abdankte. Ich erinnerte mich an seine Thronbesteigung im Januar 1989 und realisierte, dass eine Ära, die ich ganz miterlebt hatte, vorüber war.

Nach dem Studium wählte ich die Manga von Tezuka Osamu zum Dissertationsthema. Seit dieser Zeit arbeite ich bei einem mittelständischen Unternehmen, dort verantwortlich für grundlegende Organisationsstrukturen und für das QM-System. Der Kontakt zur Universität ist nicht abgebrochen und regelmäßig verbringe ich längere Zeit in Japan. Durch meine Veröffentlichungen entstand so im Laufe der Zeit die Idee für dieses Online-Magazin.

Ich freue mich auf weitere Rückmeldungen: susanne.phillipps@japanwissen.info

 

23. September 2022

Susanne Phillipps

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Bildnachweis

Header: Von Bruno Cordioli from Milano, Italy – Kimono enchantment, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10405206, Ausschnitt, Schrift eingesetzt.

Cosplayers: By Matias Tukiainen from Espoo, Finland – 20140118174713IMG_5618_M, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=95613437

Buch-Cover: © MANA-Verlag, Berlin