Aktuelles
Zur Erinnerung an Kusama Yayoi
Am 14. August 2026, mit 97 Jahren, verstarb die große Künstlerin Kusama Yayoi. Sie schuf die bunt gesprenkelten Kürbisse, sie überzog die Welt mit Punkten. Ihr Lebenswerk behandelt die Unendlichkeit und erreicht bis heute unendlich viele Begeisterte.
Anlässlich der großen Retrospektive vom Sommer 2021 stellte der Berliner Gropius Bau eine sehr gute Internetseite zu ihrem Leben und Werk online. Das Museum Ludwig in Köln lud begleitend zur großen Ausstellung 2026 eine Bildergalerie ins Netz.
Die Reihe „Stadt – Land – Kunst“ auf ARTE
„Jeden Tag eine kleine Pause im Alltag: ARTE lädt täglich auf eine Reise an besondere Orte ein, die sich durch ihr künstlerisches, kulturelles oder landschaftliches Erbe auszeichnen. Von Montag bis Freitag, um 13.00 Uhr.“ (Pressetext ARTE)
45 Minuten lang präsentiert Linda Lorin kulturell Interessantes aus allen Teilen der Welt. Die Beiträge zu den einzelnen Künstler/innen sind etwa 15 Minuten lang. Die Grundidee besteht darin, herauszuarbeiten, wie bestimmte Orte das Schaffen von Kreativen beeinflusst haben: wie die Landschaften und Städte auf ihr Schaffen wirkten, zur Inspiration oder zum Wendepunkt in ihrem Leben wurden.
Die Moderator/innen bereisen die Landstriche und lassen sich durch Spezialist/innen vor Ort führen. Tatsächlich sickern an einigen Stellen Klischees durch, aber die Beiträge sind gut recherchiert. Sie leben von den Interviews: In den Gesprächen werden Verbindungslinien gezogen zwischen dem, was die Künstler/innen vor Ort erlebten und wie sich dies in ihren Werken widerspiegelt.
In der Vergangenheit gab es schon zahlreiche Beiträge zu japanischen Kunstschaffenden, zum Beispiel zu Ozu Yasujirō, zu Tezuka Osamu oder zu Ogawa Ito („Das Restaurant der wiedergefundenen Liebe“/„Shokudō katatsumuri“).
Aktuell sind in der Mediathek zahlreiche Beiträge verfügbar, zum Beispiel:
ein Japan-Spezial unter anderem über Tanizaki Jun’ichiro oder Einzelbeiträge zu Taniguchi Jirō (bis 29.09.26), Charlotte Perriand (bis 17.10.26), über traditionelle Holzfäller und Zimmerleute (bis 02.10.26) oder über die Lackkunst (bis 19.10.26). Erwähnenswert ist auch ein Beitrag über Fujimura Shin’ichi, der durch Betrug bei archäologischen Ausgrabungen die japanische Vor- und Frühgeschichte fälschte (dazu auch den Beitrag über japanische Archäologie).
Da die Sendung täglich ausgestrahlt wird, gibt es beständig neue Beiträge, die nach einer Weile wieder aus der Mediathek genommen werden. Es lohnt sich also, immer mal wieder hineinzuschauen, unter dem Stichwort „Japan“ zu suchen und einfach visuell zu schmökern.
Die „Kleine Reihe“
Abschließend möchte ich noch auf die „Kleine Reihe“ der Mori-Ōgai-Gedenkstätte hinweisen, die von 1997 bis 2015 erschien. Sie enthält Werke von Studierenden, die in den Lehrveranstaltungen des ehemaligen Zentrums für Sprache und Kultur Japans der Humboldt-Universität zu Berlin Übersetzungen anfertigten.
Heute sind die gedruckten Hefte in Din A 5-Größe kleine Schätze, die Einblicke in damalige Studienarbeiten geben. Zum anderen erinnern sie an die Veröffentlichungspraxis früherer Jahrzehnte, als es noch keine digitalen Möglichkeiten zur Publikation gab, Wege über Verlage mühsam waren und Informationen für einen überschaubaren Kreis an Interessierten durch Reproduktionen in Kleinstauflage zu Verfügung gestellt wurden.
Es handelte sich um Erstveröffentlichungen von Texten aller Genres. In den meisten Fällen ist der japanische Text mit abgedruckt, falls vorhanden auch mit Abbildungen. Die Übersetzungen umfassen Erzählungen, Theaterstücke, Gedichte und Drehbücher, Kinderbücher und Kinderhörbücher. Zu den Sachtexten gehören Anleitungs-Manga, Werbetexte und Lehrbücher. Eine Liste der erschienenen Hefte ist hier einzusehen.
Wer an Leben und Werk von Mori Ōgai interessiert ist, sollte die Gedenkstätte unbedingt einmal besuchen. In den historischen Räumlichkeiten der ersten Wohnung von Ōgai in Berlin werden Informationen zu seinem Lebenslauf und seinem Wirken präsentiert. In regelmäßigen Abständen werden auch Sonderausstellungen gezeigt.

Eine Auswahl von Heften der „Kleinen Reihe“
Länderportrait Japan
Mein Länderportrait zu Japan ist nun in zweiter Auflage wieder lieferbar, als Hardcover in einem neuen Format realisiert und inhaltlich umfassend aktualisiert.
Das Buch umfasst:
- Geografie und Klima
- Flora und Fauna
- Kulturgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart
- aktuelle politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Situation
- moderne Künste und Populärkultur
- virtuelle Reise durch Japan mit einer Beschreibung der Regionen
Alle Doppelseiten sind mit Abbildungen versehen, die den Text begleiten und erläutern.
Susanne Phillipps (2024): Japan. Alles, was Sie über Japan wissen müssen. Berlin: Mana; Hardcover, 542 Seiten.

Über mich
Im Herbst 1987 schrieb ich mich zum Studium der Japanologie ein. Dass ich mich schon lange mit Japan beschäftigte, wurde mir bewusst, als Tennō Akihito im April 2019 abdankte. Ich erinnerte mich an seine Thronbesteigung im Januar 1989 und realisierte, dass eine Ära, die ich ganz miterlebt hatte, vorüber war.
Nach dem Studium wählte ich das Lebenswerk des promovierten Mediziners und Manga-Zeichners Tezuka Osamu zum Dissertationsthema. Seit dieser Zeit arbeite ich bei einem mittelständischen Unternehmen für Medizintechnik, verantwortlich für grundlegende Organisationsstrukturen und für das QM-System. Der Kontakt zu Forschung und Lehre ist jedoch nie abgebrochen. Regelmäßig verbringe ich längere Zeit in Japan und veröffentliche Bücher über das Land. So entstand im Laufe der Zeit die Idee für dieses Online-Magazin.
Bitte schreiben Sie mir eine Mail, falls Sie bei Neuausgaben informiert werden möchten.
Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung: susanne.phillipps@japanwissen.info
Susanne Phillipps, 23. September 2026 (Ausgabe 24)
Datenschutzhinweis: An dieser Stelle ist eine Anmerkung notwendig. Ich habe meine Website selbst erstellt, sie nutzt weder Cookies für Webtracking noch Web-Analyse-Programme. Ich verweise auf meine Datenschutzerklärung und verstehe die weitere Nutzung meiner Website als Einverständniserklärung.
Bildnachweis
Header: Von Bruno Cordioli from Milano, Italy – Kimono enchantment, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10405206, Ausschnitt, Schrift eingesetzt.
Heftcover Kleine Reihe: © Mori-Ōgai-Gedenkstätte der Humboldt-Universität zu Berlin
Buchcover Japan: © Mana-Verlag
