Christentum im Untergrund – Eine Reise an die Orte der christlichen Mission und Verfolgung in Japan

John Dougill (2012). In Search of Japan’s Hidden Christians. A Story of Suppression, Secrecy and Survival. Tōkyō: Tuttle; als Paperback 2015, 234 Seiten.
1549 erreichten die ersten christlichen Missionare Japan. Die portugiesischen Jesuiten hatten einen solch großen Einfluss, dass sie innerhalb von sechs Jahrzehnten mehr als 300.000 Menschen zum Christentum bekehren konnten, darunter einflussreiche Fürsten (Daimyō). Es war die enge Verflechtung aus neuen Glaubensinhalten, Gewinnen aus dem Überseehandel und der Einfuhr von Feuerwaffen, mit der die Jesuiten beständig ihre Macht ausbauen konnten. Mit zunehmendem Einfluss machten sie sich allerdings auch Gegner. Als sich die japanische Zentralregierung unter dem Shōgun neu formiert hatte und sich durch die Macht der Jesuiten bedroht sah, verbot sie in mehreren Edikten das Christentum, verwies die ausländischen Priester des Landes und verlangte, dass die japanischen Konvertiten abschworen.
Es gab wiederholt Verfolgungswellen, im Laufe derer das Verbot immer radikaler durchgesetzt wurde. Nach Schätzungen starben etwa 4.000 Japanerinnen und Japaner für ihren Glauben, bei der Niederschlagung des Aufstands von Shimabara, bei dem viele Christen beteiligt waren, wurden etwa 37.000 Menschen getötet.
Mit dem Verbot begann die Geschichte der Christen, die ihren Glauben trotz strenger Verfolgung über 250 Jahre lang im Untergrund bewahrten (Kakure Kirishitan, wörtl. „Christen im Verborgenen“). Im Geheimen gaben sie ihre Riten und Bräuche von einer Generation an die nächste weiter, in ihrem Glauben verschmolzen christliche Elemente mit Vorstellungen und Praktiken aus dem Buddhismus und dem Shintoismus.
Erst nach der Öffnung des Landes in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde schrittweise deutlich, dass nach über zweihundert Jahren der Verfolgung immer noch etwa 60.000 Japanerinnen und Japaner dem christlichen Glauben im Untergrund anhingen. Von ihnen schloss sich die Hälfte der katholischen Kirche an, die andere Hälfte blieb bei ihrer Praxis (hanare Kirishitan, wörtl. „getrennte / separate Christen“; S. X, 190).

01. Begrüßung eines Handelsschiffs aus Macao (japanischer Stellschirm, um 1600). Nicht nur die Jesuiten, auch die japanischen Fürsten, die sich bekehren ließen, profitierten finanziell vom internationalen Handel der Portugiesen und Spanier, der „Südlichen Barbaren“ (nanban, zur Erläuterung des Begriffs S. 4).
Über den Autor
John Dougill lehrt als Professor für britische Kultur an der buddhistisch orientierten Ryūkoku-Universität in Kyōto. Die Universität wurde 1639 als Seminar für den Tempel Nishi Honganji gegründet und ist der Schule Jōdo Shinshū verpflichtet. Dougill ist Autor mehrerer Bücher zu Kyōto, zu Religion und Schamanismus, zu Tempeln und Schreinen Japans. Er hat einen Blog mit dem Titel „Green Shinto“.
Über den Band
Das Cover der Paperback-Version wurde in Anlehnung an eine Szene aus dem Film „Silence“ von Martin Scorsese (2016) gestaltet. Der Film basiert auf dem Roman „Schweigen“ („Chinmoku“) von Endō Shūsaku aus dem Jahr 1966. Dougill schreibt, dass er sich bei der Lektüre des Romans zum ersten Mal mit dem Thema der verborgenen Christen befasste.
Das Buch eröffnet mit Informationen zum Thema: ein Vorwort (2 Seiten), eine Einleitung (4 Seiten), eine Danksagung (2 Seiten), eine chronologische Übersicht (3 Seiten) und eine Tabelle mit den Epochen der japanischen Geschichte (1 Seite).
Dem „Auftakt“ („Prelude“, 8 Seiten) mit einer Landkarte folgen die – zum Thema passende Anzahl von – 12 Kapitel (mit zwischen 12 und 22 Seiten). Für die Kapitelüberschriften verwendete Dougill Begriffe, die mit dem Christentum in Verbindung stehen.
Der Anhang umfasst Anmerkungen (5 Seiten) und eine Bibliografie (2 Seiten). Das Buch enthält auf 16 gesonderten Seiten 36 bunte Fotografien.
Die 12 Kapitel: Chronologie der Ereignisse
Die zwölf Kapitel rekapitulieren die Ereignisse in chronologischer Abfolge. In Klammern stehen die Orte, die Dougill zum jeweiligen Thema besuchte. Den Überschriften aus dem Buch füge ich Kurzzusammenfassungen hinzu.
Prelude (Tanegashima)
1543 erreichten die ersten Portugiesen auf einer chinesischen Dschunke die japanische Insel Tanegashima. Besondere Aufmerksamkeit erregten ihre Feuerwaffen. Schnell wurde den japanischen Kriegsherren klar, dass diese Waffen eine entscheidende Rolle in den Schlachten um die Reichseinigung und die Vorherrschaft im Land spielen würden.

02. Replik portugiesischer Kleidung, gestaltet entsprechend der Darstellungen auf nanban-Stellschirmen, Ausstellungsstück im Arima Christian Heritage Museum
1. Genesis (Kagoshima)
Nur wenige Jahre später, 1549, erreichte der erste christliche Missionar, Franz Xaver, Japan. Trotz der Sprachbarriere und großer kultureller Differenzen schien die Ausgangslage für eine Christianisierung Japans perfekt. Die Jesuiten formulierten Bestandsaufnahmen zur Kultur und Gesellschaft des Landes, verbreiteten ihren Glauben, mussten zugleich aber feststellen, dass das Interesse der Fürsten am Christentum eng an die potenziellen Gewinne aus dem Überseehandel gebunden war.

03. Statue von Franz Xaver (Francisco de Xavier, 1506-1552), Gründungsmitglied der Jesuiten (Gesellschaft Jesu, lat. Societas Jesu, Ordenskürzel SJ). Die beiden jungen Männer sind seine beiden Schüler Yajirō, der erste Japaner, der zum Christentum konvertierte, und Bernado, der erste Japaner, der nach Europa kam.
2. The Word (Yamaguchi)
Um eine Audienz beim Tennō zu erwirken, reiste Franz Xaver mit seinen Schülern in die Hauptstadt Kyōto. Auf ihrer Zwischenstation Yamaguchi, damals eine bedeutende Stadt mit dem Beinamen „Kyōto des Westens“, predigten sie, fanden aber kein Gehör, da die christlichen Ideen den Einheimischen zu fremd waren. In Kyōto erfuhr Xaver, dass der Tennō vollkommen verarmt und ohne jegliche Macht in seinem Palast lebte, während der Shōgun die Stadt verlassen hatte.
3. Good News (Azuchi)
Unter der Herrschaft von Oda Nobunaga (1534-1582), dem ersten der drei Reichseiniger, erfuhr die christliche Missionierung ihre Blütezeit. Nobunaga förderte die Kontakte zu den Jesuiten, um Gewinne aus dem internationalen Handel zu erwirtschaften, Feuerwaffen zu erhalten und die Macht der buddhistischen Schulen zu brechen. Der Jesuit Luís Fróis (1532-1597) erhielt eine Audienz bei Nobunaga in dessen neu errichteten Burg von Azuchi, und 1581 gründeten die Jesuiten auf einem Grundstück nahe der Burg ein Seminario.
4. Commandments (Hakata)
Der Nachfolger von Oda Nobanuga, Toyotomi Hideyoshi (1536-1598), unterstützte zunächst wie sein Vorgänger die Missionierung. Doch 1587 ordnete er – für die Jesuiten vollkommen unerwartet – ein Verbot des Christentums an, das die Ausweisung aller Jesuiten und die Verfolgung von Christen vorsah.
Einige Jahre zuvor, 1580, hatte der erste zum Christentum konvertierte Daimyō Ōmura Sumitada (1533-1587) den Jesuiten die Verwaltung von Nagasaki übertragen, für ihn ein kluger Schachzug auf der Suche nach starken Verbündeten inmitten der Auseinandersetzungen mit feindlichen Nachbarn. Nagasaki entwickelte sich zu einem blühenden Überseehafen, Kirchen wurden gebaut, und viele Christen, die aus anderen Provinzen geflohen waren, siedelten in der aufstrebenden Stadt, die den Beinamen „Kleines Rom“ trug.
Nun gelangte Nagasaki unter die direkte Kontrolle von Toyotomi Hideyoshi. Das erste Verbot des Christentums wurde allerdings noch nicht überall streng gehandhabt, Jesuiten verblieben im Land und gingen in einigen Landstrichen möglichst ohne aufzufallen weiterhin ihrer Missionierung nach.

04. Schiff mit rotem Siegel (Shuinsen, 1634). In den Jahrzehnten vor der Landesabschließung florierte der Überseehandel, auch mit japanischen Schiffen.
5. Crucifixion (Nagasaki)
1593 kamen die ersten Franziskaner (unterstützt von Spanien) nach Japan und bauten mit Erlaubnis von Hideyoshi ein Kloster in Kyōto. Zwischen ihnen und den Jesuiten (unterstützt von Portugal) entstand ein Konkurrenzkampf, Verleumdungen und Intrigen führten 1597 zur Verhaftung von sechs Franziskanern, drei Jesuiten und 17 japanischen Christen in Kyōto. Sie wurden in Nagasaki, dem Zentrum des Christentums, gekreuzigt.
6. Persecution (Ōmura)
Die Ankunft der Engländer, der Holländer und von Mönchen anderer christlicher Glaubensgemeinschaften, die untereinander in Konkurrenz bzw. sogar im Krieg standen, machte die Situation für die japanische Regierung zunehmend unübersichtlich. Der (protestantische) Brite William Adams (1564-1620), der 1600 Japan erreichte, gewann immer mehr Einfluss auf Shōgun Tokugawa Ieyasu (1543-1615), dem dritten Reichseiniger, dessen Familie über 250 Jahre Japan regieren sollte.
1614 wurde ein landesweites Verbot des Christentums ausgesprochen, und die Verfolgung der Christen wurde konsequent und grausam durchgeführt. Jesuiten wurden des Landes verwiesen und von japanischen Christen wurde verlangt, dem Glauben abzuschwören. Ab 1635 musste sich jede Familie bei einem buddhistischen Tempel registrieren. Viele japanische Familien wanderten aus. Knapp 50 Missionare blieben im Land und wirkten zunächst, geschützt von Sympathisanten, im Untergrund. 1644 wurde der letzte von ihnen getötet.

05. Ein Trittstein (fumie, Nationalmuseum Tōkyō). Einmal im Jahr wurde der Glaube der Japanerinnen und Japaner überprüft, indem sie auf Trittsteine mit christlichen Motiven treten mussten.

06. 1609 wurde den protestantischen Holländern erlaubt, in Hirado eine Handelsniederlassung zu errichten, hier der Nachbau des stattlichen Gebäudes.
Langfristig waren die Holländer die einzigen Europäer, die weiterhin mit Japan Handel treiben durften. 1641 mussten sie dafür auf die künstliche Insel Deshima im Hafen von Nagasaki umziehen.
7. Apocalypse (Shimabara)
Die Tyrannei des Daimyō Matsukura Shigemasa und seines Sohns Katsuie führte zu einer Massenerhebung von Bauernfamilien in Shimabara. 37.000 Männer, Frauen und Kinder, darunter viele Christen, verließen ihre Dörfer und verschanzten sich im Winter 1637-38 in der Burg von Hara. Erst nach Monaten der Belagerung durch Truppen des Shōgun und mit Hilfe holländischer Kanonen wurden sie besiegt. Alle Aufständische wurden hingerichtet.
8. Post-Apocalypse (Amakusa Islands)
Trotz der drakonischen Strafen hingen viele Japanerinnen und Japaner weiterhin dem christlichen Glauben an, in den Dörfern und Weilern organisierten sich kleine Gemeinschaften versteckter Christen.
07. Statue von Amakusa Shirō in heftigem Schneetreiben. Der Geburtsort des charismatischen Anführers des Aufstands, Amakusa Shirō (Geburtsname: Masuda Tokisada, um 1621-1638) liegt auf Amakusa.
.

9. Silence (Sotome)
In Sotome, nördlich von Nagasaki, befindet sich das Endō Shūsaku Literaturmuseum. Nicht weit davon waren portugiesische Priester in den Untergrund gegangen und hatten im Geheimen christliche Familien besucht.
Dougill geht in diesem Kapitel den Fragen nach, die Endō in seinem Roman „Schweigen“ aufwirft: Wie sollten sich die Priester in dieser ausweglosen Situation verhalten? Sollten sie den eigenen Überzeugungen trotz Folter bis zum Tod treu bleiben? Wie selbstsüchtig ist es, sich selbst zu opfern?

08. Im Endō Shūsaku Literaturmuseum
10. Sanctuary (Gotō Islands)
Im 18. Jahrhundert wurde von offizieller Seite angeordnet, dass viele Bauernfamilien vom Festland auf die Gotō-Inseln auswandern sollten. Sie waren Christen im Verborgenen, die in nach außen strikt abgeschotteten Gemeinschaften ihren Glauben praktizierten. Auch heute noch verbergen sich ihre Nachfahren, allerdings nicht aus Angst vor Verfolgung, sondern vor der Neugierde von Journalist/innen und Forscher/innen (S. 174).
11. Revelation (Urakami)
Ab 1854 musste Japan in sogenannten „Ungleichen Verträgen“ mehreren Staaten erlauben, sich in ausgesuchten Vertragshäfen niederzulassen und dort Handel zu treiben. Auch Kirchen durften gebaut werden. 1865 traf der französische Priester Petit Jean in Urakami (Nagasaki) zum ersten Mal auf verborgene Christen. Schrittweise wurde deutlich, dass viele Japanerinnen und Japaner ihren Glauben im Untergrund bewahrt hatten. Berühmt wurde die Frage, die eine Christin stellte, als sie zum ersten Mal in die neu errichtete Kirche kam: „Wo ist die Statue der Heiligen Maria?“
Auch nach der Öffnung des Landes kam es zunächst noch zur Verfolgung von Christen, da die neue Regierung den Shintoismus als Staatsreligion durchsetzen wollte. Erst ab 1873 wurde das offizielle Verbot des Christentums aufgehoben, da es sich als hinderlich für die Verhandlungen mit den europäischen Mächten und den USA erwies.
12. Last Rites (Hirado)
Im abschließenden Kapitel bietet Dougill einen Rückblick auf die komplexen Verwicklungen von Politik und Religion, auf das Schicksal von Menschen mit verschiedenen Glaubensrichtungen; eine Bestandsaufnahme von Legenden und Praktiken, die bis heute überlebt haben, von Orten, an denen Märtyrer verehrt werden.
Tatsächlich eine Reise: Nagasaki, Amakusa, Shimabara, Hirado –
Die historischen Stätten der verborgenen Christen liegen im Nordwesten von Kyūshū: Es handelt sich um Nagasaki, Shimabara, Amakusa, Hirado und das Geflecht der umliegenden Inseln und Halbinseln.
2018 wurde die Region mit insgesamt zwölf Orten zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt. Es umfasst zehn Dörfer, außerdem die Burgruine Hara (Schauplatz des Shimabara-Aufstands) und die Kathedrale Ōura. Die Orte dokumentieren das Überleben der Christen im Verborgenen.

09. Die Kirche von Sakitsu, Teil des UNESCO Weltkulturerbes. – Immer wieder sieht man in der Region Kirchturmspitzen aus der bergigen Landschaft herausragen.
Der Titel „In Search of Japan’s Hidden Christians“ ist wörtlich zu nehmen. Dougill bereiste – noch bevor die Orte in die Liste der UNESCO aufgenommen wurden – die historischen Stätten, wandelte auf den Spuren der verborgenen Christen und suchte Kontakt zu deren heutigen Nachfahren. Er besuchte Museen, besichtigte Monumente und Gräber, entzifferte Gedenksteine und sprach mit lokalen Gästeführern.

10. Inseln im Abendlicht

11. Die Fähre zwischen Shimabara und Amakusa. Ziel ist der Hafen Kuchinotsu auf der Halbinsel Shimabara, wo im 16. Jahrhundert viele portugiesische Schiffe ein- und ausliefen.
– formuliert in einem äußerst lebendigen Stil.
Dougill präsentiert seine Informationen zwar sehr dicht, zugleich aber auch lebendig und in feiner Wortwahl, an einigen Stellen auch witzig. So begann zum Beispiel alles mit der Ankunft der ersten Portugiesen aufgrund der schlechten Wetterbedingungen: „In this way, through the whims of the weather, history was made.“ (S. 4)
Die Beschreibung der Landschaft und der Atmosphäre vor Ort ist anschaulich, Dougill zitiert zeitgenössische Texte und versucht, sich in die Wahrnehmung zum Beispiel der Missionare beim ersten Anblick eines Landstrichs hineinzuversetzen (S. 15). Die Schilderungen der Wanderungen von Missionaren, der Dörfer und Städte lassen ein Bild der damaligen Bebauung und Infrastruktur entstehen.
Historische Persönlichkeiten (z.B. Toyotomi Hideyoshi, S. 57-59) werden anhand der ausdrucksvollen Beschreibung lebendig, an manchen Stellen zieht Dougill Vergleiche mit Persönlichkeiten aus der europäischen Geschichte.
Gespräche, die er mit Einheimischen führte, gibt Dougill in Teilen wieder, was den Text noch dynamischer macht.
Mehrere Aspekte machen den Band ausgesprochen lesenswert.
Das Buch ist ein Band voller wissenschaftlich recherchierter Einzelaspekte, Dougills Darstellung der Ereignisse ist sehr detailreich, seine Überlegungen und Querverweise vielfältig. In den folgenden Abschnitten will ich hervorheben, welche Aspekte besonders bedeutsam sind.
Internationale Verflechtungen: Der erste Kulturkontakt zwischen Europa und Japan
Die beschriebenen Ereignisse sind nicht auf Japan beschränkt, sondern sie sind Teil der Weltgeschichte, und Dougill vermag sie als solche darzustellen. So erklärt er die Voraussetzungen für die Missionierung mit dem Vertrag von Tordesillas (1494), in dem Spanien und Portugal die (noch) nicht christliche Welt entlang eines Längengrades unter sich aufteilten.
Er erläutert die Gründung der Societas Jesu als eine der Gegenbewegungen zur Reformation in Europa (S. 11-12), die Aktivitäten der Jesuiten in Asien von ihrem größten Stützpunkt Goa aus (damals Portugiesisch-Indien, S. 13).
Die Portugiesen waren die ersten Europäer, die japanischen Boden betraten. Die Jesuiten, die die Händler begleiteten, waren hoch gebildete, hervorragende Beobachter der Menschen in Japan. Einige unter ihnen wie Cosme de Torres (1510-1570) oder Luís Fróis (1532-1597) formulierten einflussreiche Abhandlungen, zum Beispiel über die Kulturgegensätze zwischen Europa und Japan (S. 17-18).

12. Manuskriptseite der Abhandlung über die Geschichte Japans von Luís Fróis

13. Statue von Luís de Almeida (1525-1583). Luís de Almeida war zunächst Chirurg und Kaufmann und wurde erst später Missionar der Jesuiten. Er baute in Funai (der heutigen Präfektur Ōita auf Kyūshū) das erste nach europäischem Wissen praktizierende Krankenhaus in Japan, das er aus seinem Privatvermögen finanzierte.
Prinzipiell standen die Jesuiten medizinischen Eingriffen eher skeptisch gegenüber, chirurgische Eingriffe lehnte die Kirche ab. Da Luís de Almeida Laienbruder war, wurde sein medizinischer Einsatz toleriert.
Bei seinen Beschreibungen überlegt Dougill stets, wie die Fremden wohl aufeinander wirkten. Welchen Eindruck mögen die Jesuiten bei ihrer Ankunft gemacht haben (S. 18)? Wie bewältigten sie die kulturellen Unterschiede? Wie mag ein Daimyō die Jesuiten wahrgenommen haben, die sich der Armut verschrieben hatten, wenn für ihn selbst das Gebot galt, sich durch ein prächtiges Äußeres Eindruck zu verschafften und mit vielen Geschenken den eigenen Status zu untermauern (S. 31-32)?
Oberstes Ziel der Jesuiten war die Mission, die Bekehrung Andersgläubiger zum katholischen Glauben. Franz Xaver, der erste Missionar, der Japan erreichte, war von der japanischen Kultur beeindruckt. Er gab der Missionierung im Land die Richtung und ordnete an, dass nur die besten Missionare nach Japan kommen sollten (S. 34).
Eine besondere Rolle bei der Missionstätigkeit in Japan spielte Alessandro Valignano (1539-1606): 1573 wurde er Visitator der Missionen Ostindiens, 1579-1582 und 1590-1592 unternahm er Inspektionsreisen nach Japan zur Neuorganisation der Missionsarbeit. Auch er war von der japanischen Kultur und der Höflichkeit der Japanerinnen und Japaner angetan (S. 68). Er etablierte Bildungseinrichtungen (Seminario) und organisierte die Reise der vier jungen Japaner nach Rom.

14. Alessandro Valignano

15. Briefe in gedruckter Form von Alessandro Valignano an Claudio Acquaviva (1543-1615), den Generalsuperior der Societas Jesu
Aber wie sollte die christliche Lehre mit ihren ganz fremden Vorstellungen in das Japanische übertragen werden? Dougill behandelt einige sprachliche Schwierigkeiten bei der Übersetzung sowie Probleme bei der Übertragung der Ideen. Allein für die Bezeichnung für „Gott“ gab es verschiedene Ansätze, Missverständnisse waren vorprogrammiert. „Gott“ schien dem Buddha der Großen Sonne (Dainichi nyorai) des esoterischen Buddhismus sehr ähnlich. Dies ließ viele Japanerinnen und Japaner glauben, bei der christlichen Lehre handle es sich um eine neue buddhistische Schule.
Das erste christliche Seminar zur Ausbildung von Priestern wurde 1580 in Arima auf der Shimabara-Halbinsel im Gebiet des christlichen Daimyō Arima Harunobu gegründet. In der Nähe gab es zusätzlich eine Kunstakademie, in der japanische Studenten Techniken der christlichen Kunst erwarben. Mit ihren Werken wurden die neu gebauten Kirchen ausgestattet.
Anmerkung: Eine Abbildung des Seminario von Arima befindet sich in Kapitel 2 der Internetseite der Stadt Minami Shimabara.

16. Ein Notenblatt, das bei den täglichen Gesangsstunden im Seminario genutzt wurde, Ausstellungsstück im Arima Christian Heritage Museum
Der Schutz der Lokalfürsten war für die Mission unabdingbar. Für die Jesuiten waren die Daimyō die besten Konvertiten, nicht zuletzt, da ihr Glaubensübertritt dazu führte, dass auch ihre Untertanen zu Christen wurden / werden mussten (S. 40). Schon in der Blütezeit der Missionierung gab es unter den Padres die Diskussion, ob bei der Bekehrung eher auf die Breite (eine große Zahl der Christ/innen) oder auf die Tiefe (eine gute Schulung der Konvertierten) gesetzt werden sollte (S. 40-41).
Doch nicht nur Europäer reisten nach Japan, auch in der Gegenrichtung gab es eine bemerkenswerte Mission: die von Alessandro Valignano (1539-1606) organisierte Reise von vier jungen Japanern nach Rom (Tenshō-Gesandtschaft, 1582-1590).
Die vier Jungen waren 12 Jahre alt, als sie nach Europa aufbrachen. Sie brachten Wissen über Japan, auch Landkarten, nach Europa. Bei ihrer Rückkehr nach Japan hatten sie fremde Gerätschaften und Kunstfertigkeiten (europäische Gesänge, Ölgemälde, Kupfergravuren) im Gepäck. Von großer Bedeutung war eine Druckerpresse mit beweglichen Lettern, die sie nach Japan mitführten. Mit Hilfe gedruckter Wörterbücher konnte die Sprachbarriere fortan leichter überwunden werden, außerdem druckten die Jesuiten in hoher Auflage christliche Texte in Übersetzung.

17. Die vier jungen Japaner in der „Newe Zeyttung auss der Insel Japonien“ (Augsburger Zeitung von 1586 mit einem Bericht über die Ankunft der vier japanischen Jungen unter Leitung des Paters Mesquita), die zunächst eine Audienz beim König Filipe II von Spanien und danach beim Papst erhielten. Sie machten Japan in Europa bekannt.
oben links: Nakaura Julião, wurde später Priester und starb als Märtyrer
oben Mitte: Pater Diogo da Mesquita
oben rechts: Itō Mancio, wurde später Priester, erkrankte und verstarb vor der Verfolgung
unten links: Hara Martinho, galt als Sprachgenie, wurde später als Priester des Landes verwiesen
unten rechts: Chijiwa Miguel, wandte sich später vom Glauben ab
Eine Parabel für die Situation in einem Staat ohne starke Zentralmacht
Die Ereignisse lassen sich beispielhaft für Entwicklungen lesen, die in Gang kommen können, wenn eine Macht von außen in ein Staatengefüge vorstößt, in dem es keine starke Zentralregierung gibt.
Die Zeit der christlichen Mission in Japan fiel in eine Epoche der politischen Instabilität. Dem Land fehlte es im 16. Jahrhundert an einer durchsetzungsfähigen Zentralmacht. Jahrzehnte lang kämpften Territorialfürsten (Daimyō) um die Vorherrschaft. Über ihr eigenes Territorium herrschten sie uneingeschränkt, waren zugleich aber ständig in Konflikte mit Nachbarfürsten verwickelt. Immer galt es, sich militärisch an einflussreichen Daimyō zu orientieren, die aber jederzeit wieder an Kampfkraft und Einfluss verlieren konnten. Die portugiesischen Händler und Missionare betraten als eine zusätzliche, mächtige Partei japanischen Boden.
Dass einzelne Daimyō den Jesuiten zunächst Unterstützung gewährten, dann aber eine Verfolgung des Christentums anordneten, ist vor diesem wechselvollen politischen Auf und Ab zu sehen.
Ein Beispiel ist Daimyō Ōmura Sumitada (1533-1587). Inmitten von Konflikten mit Nachbarfürsten erfolgte sein Übertritt ins Christentum vermutlich vor allem aus politischen Gründen. An der Seite der portugiesischen Händler richtete er überseeische Handelsrouten ein und förderte so das Wirtschaftswachstum. Mit ihm mussten seine Untertanen konvertieren, viele Tempel und Schreine wurden zerstört.

18. Zerstörte Buddha-Figuren beim Tempel Honkōji in Shimabara.

19. Eine Figur konnte wiederhergestellt werden.
Wenn Missionare in der Gunst eines Fürsten standen, konnten sie in dessen Einflussbereich eine funktionierende Infrastruktur aufbauen – die allerdings im wahrsten Sinne des Wortes über Nacht durch den Überfall eines feindlichen Fürsten dem Erdboden gleich gemacht werden konnte (S. 36, 56).
Mit dem zunehmenden Wissen um den Bau hochseetauglicher Schiffe und der Aufnahme des Überseehandels durch die Japaner selbst wurden die Portugiesen im Außenhandel immer unwichtiger. Für die japanischen Fürsten wurde es immer weniger attraktiv, sich mit dem Christentum zu befassen.
So war Ōmuras Sohn Yoshiaki (1568-1615) zwar als Kind getauft worden, konvertierte dann aber aus politischen Gründen zum Nichiren-Buddhismus. Die Christenverfolgung unter ihm und unter seinem Nachfolger war besonders brutal (S. 88-89).
Erließ ein Fürst ein Verbot des Christentums, konnten Gläubige zu Zeiten einer fehlenden Zentralmacht zunächst noch in andere Regionen fliehen (S. 32, 36). Mit der schrittweisen Stärkung der Zentralmacht blieb dies den Priestern und ihren japanischen Anhängern allerdings verwehrt. Daimyō konnten die Innenpolitik in ihren Provinzen nicht länger unabhängig von zentralen Vorgaben realisieren, und das Shōgunat setzte das Verbot des Christentums in allen Bereichen des Landes durch.
Die Verfolgung war grausam. Angeordnete Hinrichtungen hatten allerdings nicht die gewünschte abschreckende Wirkung. Im Gegenteil: Die Kreuzigungen schufen Märtyrer, die den Glauben der Christinnen und Christen noch stärkten (S. 82). Aus diesem Grund ließ das Shōgunat keine öffentlichen Hinrichtungen mehr durchführen, sondern ordnete stattdessen grausamste Foltermethoden an.
20. Die Kreuzigung der Jesuiten Paul Miki, Jacob Kisai, John Goto und von P. Petrus Battista, 1596; Darstellung nach europäischen Vorstellungen

Nach dem Verbot: Im Untergrund
Die meisten Höhergestellten schwörten ab, es waren vor allem Bauernfamilien, von denen die wenigsten lesen und schreiben konnten, die mit ihrem Glauben in den Untergrund gingen.
Besonders in Provinzen, deren Fürst in der Vergangenheit zum Christentum konvertiert war und seine Untertanen gezwungen hatte, die neue Religion anzunehmen, war das Zahlenverhältnis von Padres und Gläubigen sehr ungünstig. In Shimabara beispielsweise sollten vier Jesuiten-Pater und neun Brüder etwa 20.000 Gläubige betreuen. Dies bedeutete in der Praxis, dass die allermeisten Gläubigen kein tieferes Wissen von der christlichen Lehre hatten, die Beichte höchstens einmal im Jahr ablegten und als einziges Sakrament die Taufe kannten. Laiengruppen übernahmen die Aufgaben der Kirche, oft ohne theoretischen Hintergrund (S. 90, 164-165, zur Organisation der Gruppen: S. 130).
Für die Bauernfamilien im Untergrund begann ein Doppelleben mit versteckten Symbolen in Hängebildern, mit parallelen Zeremonien bei offiziellen buddhistischen Feierlichkeiten, mit Kreuzen aus Papier, die man im Notfall schlucken konnte, mit Zusammenkünften an heiligen Orten und mit Anbetung von Marienbildern und -Statuen in versteckten Räumen (S. 130-131). Weihwasser war von großer Bedeutung, es gab Exorzismus-Riten und einige Gläubige hatten magische Karten. Die beste Dokumentation des Lebens der Christen im Verborgenen ist im Hirado City Ikitsuki-jima no Yakata Museum zu besichtigen.

21. Maria Kannon: Für die Christen im Untergrund wurde die buddhistische Kannon-Figur zu einer zentralen Figur. Sie deuteten die Figur um und verehrten sie als Gottesmutter Maria (S. 113).

22. Meist tragen die Figuren geheime Zeichen auf der Rückseite, Ausstellungsstücke im Hirado City Ikitsuki-jima no Yakata Museum

23. Heft mit Gebetstexten (orasho von port. „oratio“) der Christen im Verborgenen, Ausstellungsstück im Hirado City Ikitsuki-jima no Yakata Museum
Die Menschen wurden streng überwacht, Informanten gut belohnt. Wurde eine Familie enttarnt, wurden alle Familienmitglieder grausam hingerichtet. Es entstanden Legenden, die erzählen, dass Gläubige die Erscheinung der Heiligen Mutter Gottes sahen, die den Ermordeten entgegenkam, um sie ins Jenseits zu geleiten. Hier wird die Nähe zum Glauben an Amida-Buddha der buddhistischen Jōdo shinshū-Schule sichtbar (S. 128, Erzählung dokumentiert im Hirado Kirishitan Museum).
Die mystische Natur des Katholizismus verband sich zudem mit der Spiritualität des Shintō. Der Glaube der Christinnen und Christen im Untergrund orientierte sich im Diesseits, theoretischen Texte oder philosophische Fragen waren weniger wichtig, was zählte, war allein der Glaube (S. 223). In der damaligen strengen Klassengesellschaft, inmitten existenzieller Not, muss der Glaube an spirituelle Gleichheit und an das Paradies nach dem Tod für die Bauernfamilien sehr tröstlich und auch befreiend gewesen sein.
Der Aufstand von Shimabara
Im Winter 1637-1638 kam es zu einem Massenaufstand in der Region Shimabara. Auslöser war die Tyrannei des Daimyō Matsukura Shigemasa und – noch schlimmer – seines Sohns Matsukura Katsuie. Für den Neubau einer Burg und für die Aufrechterhaltung ihres Lebensstils forderten sie neben unbezahlter Arbeit ungeheure Steuern.
Die Bauernfamilien hungerten aufgrund von Missernten bei anhaltend schlechtem Wetter, Taifunen und Erdbeben. Die Fürsten zeigten kein Verständnis und gingen brutal vor, berüchtigt waren die grausamen Folterungen von Christen und die Bestrafung von Familien, die ihre Steuern nicht zahlen konnten: Die Bauern mussten einen Regenmantel aus Stroh anziehen, der dann in Brand gesteckt wurde (mino-odori, „Tanz im Stroh-Regenmantel“).
Die Einwohnerinnen und Einwohner der einzelnen Dörfer entschieden gemeinsam, ob sie sich dem Aufstand anschließen sollten. Nach Endō Shūsaku war ihr Sinn für die Familie und die Dorfgemeinschaft stark, auch die Frage des Glaubens war weniger eine individuelle denn eher eine gemeinsame Entscheidung (S. 102-103). Die große Mehrheit der Bauernfamilien war zum Christentum übergetreten: In ihrem furchtbaren Leid brachte die Botschaft des christlichen Glaubens Trost. In Gruppen zogen sie in die Burg. Die Dörfer waren verlassen, hinter den Burgmauern versammelten sich Männer, Frauen, Kinder und ältere Menschen, weniger als ein Drittel aller Personen waren wehrfähige Männer (S. 115). Unter ihnen waren ehemalige Samurai, die ihren Stand aufgegeben hatten und Bauern geworden waren, um nach dem Wegzug ihres Fürsten (Arima) auf der Shimabara-Halbinsel bleiben zu können.


24.-25. Die Burg Hara bedeckte einen ganzen Hügel, der in das Meer hineinragt. Der innere Bezirk war vollständig von Steinmauern umgeben, die eng an die Kammlinien des Hügels anschlossen. Die anderen Burgbezirke waren von Erdwällen eingefasst, die das natürliche Gelände im Stil mittelalterlicher Festungen nutzten.
– Heute verrät allein das Bodenprofil noch die ehemalige Lage der Burg. Auf dem ersten Foto sieht man einen ehemaligen Zugang zur Burg, hier war ein Tor. Das zweite Foto zeigt die Anhöhe, auf dem der zentrale Wehrturm stand.
Der Aufstand dauerte etwa vier Monate. Die Aufständischen wehrten sich zunächst erfolgreich gegen die Truppen des Shōgun, denen sie heftige Verluste zufügten. Nachdem die Eingeschlossenen über Monate hinweg ausgehungert worden waren, wurde der Aufstand schließlich Ende des zweiten Mondmonats des Jahres 1638 niedergeschlagen. Die vom Shōgunat zusammengestellte Armee überrannte die Burg in einem Großangriff. Alle Menschen in der Burg wurden getötet.
Ausgrabungen brachten Unmengen an menschlichen Knochen, Kruzifixe verschiedener Größen, Medaillons, Anhänger und Rosenkränze zum Vorschein. Manchmal wurden kleine Metallkreuze, die Schmiede in der Burg aus Gewehrkugeln gefertigt hatten, in den Mündern und Körpern der Verstorbenen gefunden. Sie hatten sie kurz vor ihrem Tod geschluckt (S. 118). Die Nachstellung eines Ausgrabungsprofils ist im Arima Christian Heritage Museum zu sehen.

26. Die natürliche Festung war an drei Seiten vom Meer umgeben. Die Karte zeigt die Belagerung auf See- und Landseite.

27. Die Flagge der Aufständischen wurde wahrscheinlich von dem Künstler Yamada Emosaku geschaffen. Er wurde zum Verräter, indem er Informationen an die Belagerer lieferte und versprach, den Anführer Amakusa Shirō auszuliefern. Er war der einzige, der den Aufstand überlebte. (Die Kommunikation zwischen den Parteien erfolgte über Pfeilbriefe, die man sich hin und her schoss.)
Nach dem Aufstand setzte die Regierung des Shōgun die Politik der nationalen Abriegelung vollständig um.
Resümee: Die verschiedenen Facetten einer jeden Religion
Vor allem während der erfolgreichen Anfangsphase – inmitten der Kriege um die Vorherrschaft in Japan – zeigte sich die christliche Mission aggressiv, auch die verschiedenen römisch-katholischen Ordensgemeinschaften bekämpften sich untereinander. Interessant ist, dass gerade die konkurrierenden Lehren, die der eigenen ähnelten und deshalb als direkte Bedrohung empfunden wurden, als „dämonisch“ bezeichnet wurden (S. 46-47).
Neben diesem politischen Machtkampf macht Dougill allerdings auch deutlich, wie ernsthaft sich die Japanerinnen und Japaner mit dem neuen Glauben beschäftigten, welch innere Widerstände zu überwinden waren, um die Grundideen des Christentums annehmen zu können. Beispielsweise bezüglich Fragen zum Leben nach dem Tod: Ob auch Ahnen, die verehrt werden, in die Hölle gelangt sein könnten? – Dougill zeigt das Christentum als eine Glaubenslehre, die, nachdem sie einen anderen Kulturkreis erreicht hatte, dort durch das Bewusstsein der ansässigen Bevölkerung „gefiltert“ wurde.
Nicht zuletzt verdeutlicht er, welch Stärke in der Gemeinschaft lag. Sie vereinte die Aufständischen und gab den verbleibenden Christinnen und Christen im Untergrund trotz lebensbedrohlicher Verfolgung die Kraft, ihrem Glauben treu zu bleiben und ihre Riten weiter fortzuführen.
Die Stärke des Buches liegt darin, dass Dougill diese verschiedenen Facetten der Religion anschaulich, lebhaft – und an einigen Stellen auch emotional – darzustellen vermag.
Susanne Phillipps
20.03.2026 (Ausgabe 22)
Viele Fotos dieser Empfehlung stammen von der Reise, die ich im Januar 2026 gemeinsam mit meinem Freund Ichikawa Hiroaki, einem Historiker mit dem Schwerpunkt Edo-Zeit, zu den Stätten unternommen habe. Vielen herzlichen Dank, lieber Ichikawa-san, für Deine Erklärungen, die die Ereignisse für mich haben lebendig werden lassen.
Datenschutzhinweis: An dieser Stelle ist eine Anmerkung notwendig. Ich habe meine Website selbst erstellt, sie nutzt weder Cookies für Webtracking noch Web-Analyse-Programme. Ich verweise auf meine Datenschutzerklärung und verstehe die weitere Nutzung meiner Website als Einverständniserklärung.
Bildnachweis
Header: Von Bruno Cordioli from Milano, Italy – Kimono enchantment, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10405206, Ausschnitt, Schrift eingesetzt.
Buch-Arrangement Hidden Christians: Von Susanne Phillipps – Eigenes Werk; mit Veröffentlichungen von Arima Christian Heritage Museum und Hirado City Ikitsuki-jima no Yakata Museum
01: Von Kanō Naizen – Google Arts & Culture — namban-screens-right-hand-screen-kan%C3%B4-naizen/CAEfKzD1vqAV8A , more information: https://www.kobecitymuseum.jp/collection/detail?heritage=365028, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=105507230
02: Von Susanne Phillipps – Eigenes Werk, Objekt: Arima Christian Heritage Museum
03: By Hajime NAKANO – Flickr, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=82582995
04: Von Autor/-in unbekannt – Nagasaki City Museum – http://www.city.nagasaki.lg.jp/nagazine/column/201807/index.html . Additional info: https://nippon.zaidan.info/seikabutsu/2004/00463/contents/0002.htm and https://maritime-asia.org/content/suetsugu-heiz%C5%8D-masanao, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=129218223
05: ColBase: 国立博物館所蔵品統合検索システム (Integrated Collections Database of the National Museums, Japan), CC 表示 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=164575986による
06: Von Susanne Phillipps – Eigenes Werk
07: Von Susanne Phillipps – Eigenes Werk
08: By 663highland – Own work, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=25250791
09: Von Susanne Phillipps – Eigenes Werk
10: Von Susanne Phillipps – Eigenes Werk
11: Von Susanne Phillipps – Eigenes Werk
12: Von 投稿者がファイル作成 – ブレイズマン (talk) 07:01, 10 December 2008 (UTC), Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5443223
13: By OitaKiseichu – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3307855
14: Von Reproduction in [1], Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=447421
15: Alessandro Valignano – https://www.vialibri.net/552display_i/year_1603_0_0.html, CC 表示 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=51405289による
16: Von Susanne Phillipps – Eigenes Werk, Objekt: Arima Christian Heritage Museum
17: Von German ‘newspaper’ Newe Zeyttung – Kyoto University Rare Materials Digital Archive – https://rmda.kulib.kyoto-u.ac.jp/en/item/rb00007683, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=117598624
18: Von Susanne Phillipps – Eigenes Werk
19: Von Susanne Phillipps – Eigenes Werk
20: Von A. van Diepenbeeck – https://www.catholicsun.org/2019/02/06/feast-of-st-paul-miki-and-companions/, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=175219172
21: Von Iwanafish in der Wikipedia auf Englisch – Übertragen aus en.wikipedia nach Commons durch Iwanafish., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5132955
22: Von Susanne Phillipps – Eigenes Werk, Objekte: Hirado City Ikitsuki-jima no Yakata Museum
23: Von Susanne Phillipps – Eigenes Werk; Objekt: Hirado City Ikitsuki-jima no Yakata Museum
24: Von Susanne Phillipps – Eigenes Werk
25: Von Susanne Phillipps – Eigenes Werk
26: By Unknown author – Yanagawa Ancient Archives – https://www.city.yanagawa.fukuoka.jp/blog-buka/2020/_7900/_7933.html, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=113025861
27: By Yamada Emosaku (山田右衛門作, c.1598- 1657) – https://www.t-island.jp/event/950 (Amakusa Christian Museum / 天草市立天草キリシタン館). Additional info: https://www.welcomekyushu.jp/event/?mode=detail&isSpot=1&id=9999900000871, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=129129930
