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Eine Empfehlung passend zur Sommerzeit:

Formen und Farben – Kontraste zum Genießen:

Der Garten von Reinhardt und Barbara Lebek in Berlin

Holztür in Schwarzweiß

Schon von außen weckt der Zaun aus Hölzern in Schwarz und Weiß Erwartungen. Dies ist der Eingang in eine andere Welt.

Reinhardt und Barbara Lebek waren noch nie in Japan, und trotzdem wird ihr Garten bestimmt von Grundsätzen der japanischen Ästhetik. Zu Beginn der 1980er Jahre kauften die beiden das grasüberwucherte Grundstück mit dem Bungalow, der damals in keinem guten Zustand war. Inzwischen sind dieses Anwesen mit seinen Pflanzen und der Bungalow mit seinen Anbauten zu einem Gesamtkunstwerk verschmolzen.

Miniatur-Ginkgo in Pflanzentopf

Ein Ginkgo darf nicht fehlen.

Im Garten gedeihen unzählige weitere Bäume, Sträucher, Schilfe und Farne. Viele von ihnen waren ursprünglich in Japan beheimatet und sind schon lange in Europa angekommen.

Rasen- und Kieselflächen im Wechsel
Äste einer Magnolie, dahinter Fenster mit Holzrahmen

Das Arrangement lebt von Kontrasten: das Organische der Pflanzen zwischen den geraden Linien und den rechteckigen Skulpturen.

Die vorherrschenden Farben sind das Grün der Pflanzen, das Grau der Steine, das Braun der Hölzer.

Die Objekte, die Reinhardt und Barbara Lebek dazwischen platzieren, bilden einen Dreiklang aus Weiß, Schwarz und Rot.

Baumstamm, dahinter Gemälde an Hauswand
Miniaturlandschaft aus Ahorn und Steinen

– Blick auf die Felsen des Miniaturgartens, durch die Perspektive ganz groß.

Im Garten reihen sich in unzähligen Ideen Mikrokosmen geschmeidig aneinander, ohne sich zu stören. So laden zum Beispiel ein kleiner Trockenteich, eine Leseecke, Statuen oder ein Pavillon unter einer schützenden Hängebuche zum ruhigen Verweilen und zum Entspannen ein.

Einstöckiges Haus in Schwarz, Dachgarten mit aufgespannten Sonnenschirmen
Bewachsener Dachgarten mit rotem Sonnenschirm

– Schweben über den Dächern. Das Dach ist, wie könnte es anders sein, begrünt.

Das Quadratische, das Strenge, scheint sich dem Organischen entgegenzustellen. Aber selbstverständlich sind auch die Pflanzen nicht unberührt: Reinhardt Lebek lichtet sie regelmäßig und bringt sie in eine bestimmte Form.

Strukturen aus Holz und Gerippe aus Regenschirm

Durch die Lücken im Grün schafft er Blicke, fast Blickachsen, durch diesen Garten, der auf diese Weise viel größer wirkt, als er in Wirklichkeit ist.

– Strukturen, die ineinander greifen: Ein Regenschirm, von dem nur das Gerüst als Struktur blieb.

Japanische Gäste, die ihn besuchen, sagen, sie fühlten sich hier zu Hause. Was gibt ihnen dieses Gefühl der Vertrautheit? Auf jeden Fall die ästhetischen Grundideen, in denen Reinhardt Lebek eigene Vorstellungen verwirklicht.

Und noch etwas anderes: Wer die Werke von japanischen Künstlern und Kunsthandwerkern kennt, weiß um deren unübertroffene Perfektion. Diese Grundhaltung ist in diesem Garten zu spüren. Jedes Detail ist genau bedacht, alles fein aufeinander abgestimmt. Ein Besuch lohnt sich.

Zweimal im Jahr gibt es Ausstellungen, deren Eröffnung mit Künstlern und Gästen gefeiert wird. Danach stehen der Garten und die Ausstellung einen Monat lang für Besucherinnen und Besucher offen. Aber auch außerhalb dieser Zeiten kann man die Möglichkeit einer Besichtigung telefonisch erfragen. Reinhardt Lebek, der früher als Gartenbauarchitekt gearbeitet hat, nimmt sich gern die Zeit für eine Führung.

Informationen: https://japanisches-haus-lebek.jimdosite.com

Reinhardt und Barbara Lebek . Oberhofer Weg 44 . 12209 Berlin . Telefon: 030 773 35 54

Nach wie vor aktuell

Empfehlungen aus früheren Ausgaben, die nach wie vor aktuell sind.

Weitere Informationen über Japan

2020 erschien mein Buch, in dem ich grundlegende Informationen über Japan zusammenfasste: eine landeskundliche Beschreibung mit Geografie, Geologie, Klima, Flora und Fauna des Landes; eine ausführliche Kulturgeschichte; Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im heutigen Japan; außerdem enthält das Buch einen Eindruck vom Alltagsleben, der Gegenwartskultur und eine virtuelle Rundreise durch die Inselwelt.

Susanne Phillipps (2020). Japan. Alles, was Sie über Japan wissen müssen. Berlin: Mana.

Hier die Seite des Verlags.

Hier eine ausführliche Rezension.

Das Buch wurde von der Internationalen Tourismusbörse Berlin (ITB) 2021, die leider nur digital stattfinden konnte, mit einem BuchAward im Bereich Kulturen ausgezeichnet.

Über mich

Im Herbst 1987 schrieb ich mich zum Studium der Japanologie ein. Dass ich mich schon lange mit Japan beschäftigte, wurde mir bewusst, als Tennō Akihito im April 2019 abdankte. Ich erinnerte mich an seine Thronbesteigung im Januar 1989 und realisierte, dass eine Ära, die ich ganz miterlebt hatte, vorüber war.

Nach dem Studium wählte ich die Manga von Tezuka Osamu zum Dissertationsthema. Seit dieser Zeit arbeite ich bei einem mittelständischen Unternehmen, dort verantwortlich für grundlegende Organisationsstrukturen und für das QM-System. Der Kontakt zur Universität ist nicht abgebrochen und regelmäßig verbringe ich längere Zeit in Japan. Durch meine Veröffentlichungen entstand so im Laufe der Zeit die Idee für dieses Online-Magazin.

Ich freue mich auf weitere Rückmeldungen: susanne.phillipps@japanwissen.info

 

21. Juni 2022

Susanne Phillipps

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Bildnachweis

Header: Von Bruno Cordioli from Milano, Italy – Kimono enchantment, CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10405206, Ausschnitt, Schrift eingesetzt.

Alle Fotos aus dem Garten von Reinhardt und Barbara Lebek: Von Susanne Phillipps – Eigenes Werk

Buch-Cover: © MANA-Verlag, Berlin